Diplomarbeiten
Hier finden Sie eine Auflistung der vom Institut betreuten Diplomarbeiten der vergangenen Jahre. Einige dieser Arbeiten wurden im Auftrag des Instituts durchgeführt.
Übersicht Diplomarbeiten
| Jahr | Thema | Diplomand | Mentor |
|---|---|---|---|
| 2002 | Sicherer Austausch von Unternehmensdaten über das Internet | Nils Birkeland, Marcel Stör | Dr. Guido Menkhaus |
| 2008 | ClassCAD GUI-Framework | Daniel Manser | Prof. Dr. Norbert Frei |
| 2007 | 2D Sketcher für ClassCAD | Martin Affolter | Prof. Dr. Norbert Frei |
| 2007 | 3D Bilderfassung mit zwei Digitalkameras (Stereo Vision) | Jonas Rüttimann | Prof. Norbert Frei |
| 2006 | Modellierung Domäne Software Engineering / Automatisiert aus Webseiten Semantisches Netz erstellen | Moka Badertscher | Prof. Dr. Norbert Frei |
| 2006 | Compiler und virtuelle Maschine für ClassCAD | René Gantenbein | Prof. Dr. Norbert Frei |
| 2005 | 3D Abtragssimulation für fünfachsige NCMaschinen Analyse und Prototyp | Clifford Marquart | Prof. Dr. Norbert Frei |
| 2004 | Integrierte Entwicklungsumgebung für die ClassCAD Programmiersprache | Marcel Keller | Prof. Dr. Norbert Frei |
| 2003 | JClassCAD - Eine erweiterte Java-Schnittstelle für ClassCAD | Markus Moos | Prof. Dr. Norbert Frei |
Masterarbeit MAS: ClassCAD GUI-Framework
Am Institut für Automations- und Produktionstechnik der Interstaatlichen Hochschule für Technik Buchs wurde in den letzten Jahren die CAD-Software ClassCAD entwickelt. Die Schwerpunkte von ClassCAD liegen in der Objektmodellierung und Parametrisierungvon CAD-Modellen. Verschiedene Erweiterungen wurden in letzter Zeit vollzogen, die es ermöglichen ClassCAD interaktiver zu benutzen.
Bislang war das GUI (Graphical User Interface) aber nur sehr Bescheiden entwickelt worden. Die GUI war mehr für Entwickler von ClassCAD als für Anwender gedacht. Ebenfalls war das Erweitern der GUI durch Dialoge bisher nur mühsam möglich. Die bestehende Methode entsprach Erstens nicht mehr dem Stand der Technik und wurde Zweitens von gerade Mal einer Person richtig gut beherrscht. Diese bestehende Art Dialoge zu erstellen, liess ausserdem nur sehr eingeschränkte grafische Freiheiten zu.
Dies veranlasste das Institut, in Zusammenarbeit mit der AWV-Informatik, im Rahmen dieser Masterarbeit ein GUI-Framework zu entwickeln, das es ermöglicht die Benutzeroberfläche ansprechbar und an den jeweiligen Benutzer angepasst gestalten zu können.
Als Grundlage für das GUI-Framework dient die WPF (Windows Presentation Foundation). Zu Beginn der Arbeit galt es zu evaluieren, was mit WPF alles möglich ist. Aus diesem Grund war zuerst eine Einarbeitung in die WPF notwendig. Diese Einarbeitung zog sich schliesslich über die ganze Arbeit hinweg, da immer wieder neue Mechanismen der WPF entdeckt wurden.
Die Hauptaufgabe der Arbeit bestand im Entwickeln eines View-Modells und den darauf aufbauenden WPF-Komponenten, die dann als Controls auf der Benutzeroberfläche platziert werden können. Während der Implementierung traten jedoch immer wieder Probleme bei der Integration des GUI-Frameworks in ClassCAD auf, welche es ebenfalls zu bearbeiten galt. Vor allem die Grenzen zwischen den verschiedenen Programmiersprachen, die für dieses Projekt verwendet wurden, warfen einige Probleme auf.
Das Ergebnis der Arbeit ist ein Framework, welches es ermöglicht in einem WPF-GUI Editor eine Benutzeroberfläche zu konfigurieren. Dieses Framework enthält zum Einen ein Modell der benötigten Daten für die Visualisierung, zum Anderen sind Controls implementiert worden, die auf die Daten dieses View-Modells zugreifen. Im Weiteren enthält das GUI-Framework ein Dialog-Interface, welches das bestehende auf MFC basierende Dialog-Interface ersetzt. Eine Prototyp-Anwendung rundet das Resultat dieser Arbeit ab.
Trotzdem ist die Entwicklung des ClassCAD-GUI-Frameworks noch nicht abgeschlossen. Das Resultat dieser Masterarbeit kann und soll als solide Grundlage für zukünftige Weiterentwicklungen dienen.
Diplomarbeit: 2D Sketcher für ClassCAD
Am Institut für Automations- und Produktionstechnik der Interstaatlichen Hochschule für Technik Buchs wurde in den letzten Jahren die CAD-Software ClassCAD entwickelt. Die Schwerpunkte von ClassCAD liegen in der Objektmodellierung und Parametrisierung von CAD-Modellen. Die Modellierung erfolgte bisher hauptsächlich programmatisch unter der Verwendung der ClassCAD-eigenen Programmiersprache. Durch verschiedene Erweiterungsarbeiten hat das Institut in den vergangenen zwei Jahren Grundlagen geschaffen, die es ermöglichen, die Bedienung der ClassCAD-Anwendung im Bereich der Modellierung interaktiver zu gestalten. Eine dieser Erweiterungen war ein 2D Zeichnungsprogramm, ein so genannter Sketcher, welcher als eigenständige Software in ClassCAD eingebunden wurde. Wegen der mangelnden Integration ergaben sich jedoch Probleme, welche das Institut veranlassten, im Rahmen dieser Diplomarbeit einen eigenen Sketcher zu implementieren und in ClassCAD zu integrieren.
Zur Visualisierung nutzt der Sketcher, wie auch die ClassCAD-Applikation selbst, die VTKBibliothek (The Visualization Toolkit). Zu Beginn der Arbeit lag der Umfang der Sketcher Funktionalität im Zentrum. Während der Implementierung wanderte der Fokus jedoch immer mehr zur Integration des Sketchers in ClassCAD und der Verwendung bestehender und ausbaufähiger Mechanismen. Fragen über die Objekt-Verwaltung, Visualisierung und Selektion wurden diskutiert und ClassCAD-nahe Lösungen gefunden und implementiert.
Das Ergebnis dieser Arbeit ist ein Sketcher-Prototyp, welcher die zentralen Anforderungen erfüllt und die wichtigsten Mechnanismen implementiert. Der Funktionsumfang entspricht noch nicht dem des bestehenden, externen Sketchers. Es wird Bestandteil weiterführender Arbeiten sein, die solide Basis des Sketcher-Prototyps zu nutzen, um die noch fehlende Funktionalität zu implementieren und den bestehenden Sketcher vollumfänglich zu ersetzen.
Diplomarbeit: 3D Bilderfassung mit zwei Digitalkameras
In dieser Arbeit soll das menschliche Sehvermögen durch einen Computer imitiert werden. So wie es uns möglich ist, mit Hilfe von zwei Augen dreidimensional zu sehen, so soll aus zwei digitalen Fotos eine 3D-Landschaft rekonstruiert werden. In der Informatik wird dieser Themenbereich Stereo Vision genannt.
Stereo Vision:
Der Prozess startet bei der Kalibrierung von Digitalkameras, führt nach der Bilderfassung über die Bildvorverarbeitung zur Bildanalyse und endet mit dem Ergebnis einer dreidimensionalen Karte. Den gesamten Prozess in dieser Arbeit abzudecken, hätte den Rahmen gesprengt. Der Fokus wurde auf die Analyse der Bilder und die Auswertung und Darstellung der 3D-Daten gelegt.
Ergebnisse:
Das Finden von gleichen Stellen in einem Bildpaar ist ein komplexes Problem, das auf unterschiedlichste Arten angegangen werden kann. In dieser Arbeit werden verschiedene Methoden verglichen und die geeignetsten davon in das Softwareprodukt implementiert. Praktische Tests mit Beispielbildern zeigen die Stärken und Schwächen der Algorithmen auf. Auch die Erzeugung von praktisch lückenlosen 3D-Karten ist unter gehörigem Rechenaufwand möglich.
Verwendung:
Am Institut für Automation und Produktionstechnik am NTB soll diese Diplomarbeit Grundlagen schaffen für Folgeprojekte im Bereich der Stereo Vision. Mögliche Anwendungsgebiete liegen in der Qualitätssicherung, der Robotik und dem Reverse-Engineering.
Diplomarbeit: Modellierung Domäne Software Engineering / Automatisiert aus Webseiten Semantisches Netz erstellen
Im Rahmen des Forschungsprojektes Sembrowser, welches mit der Partnerfirma Semfinder AG durchgeführt wird, ist im Institut Automation und Produktionstechnik des NTB Buchs ein Sembrowser Prototyp entwickelt worden. Dieser Prototyp verfügt über einen Editor, mit dem ein Semantisches Netz erstellt und über dieses gebrowst werden kann. Eine Aufgabe dieser Diplomarbeit ist die Modellierung eines Semantischen Netz-Prototyps mit diesem Editor. Das zweite Ziel ist die automatisierte Erstellung von Semantischen Netzen aus Webseiten.
Ziel:
Ziel der Diplomarbeit war die Erstellung einer Wissensbasis zur Domäne Software Engineering und die Entwicklung und Implementierung einer Applikation zur Automatisierten Erstellung von Semantischen Netzen. Das Automatisierte Erstellen von Semantischen Netzen soll Information von vielen Webseiten in einen Zusammenhang bringen. Wünschenswert ist, mehr Information zu generieren, als über das Browsen auf Wikipedia Webseiten konsumiert werden kann.
Ergebnisse:
Im Rahmen dieser Diplomarbeit wurde eine umfangreiche Wissensbasis zur Domäne Software Engineering auf dem Sembrowser Editor erfasst.
Die Wissensbasis weist einerseits eine Basisstruktur für den Einstieg auf und ist im Innern vernetzt. Es wurden für die auftauchenden Fragestellungen konkrete Lösungen gefunden, umgesetzt und dokumentiert.
Die Stärke der von einem Menschen erstellten Wissensbasis gegenüber den automatisiert Erstellten ist, dass eher komplexe Themen durch kreativen Umgang mit der Begriffsstruktur stark strukturiert werden können. So sind die Entwurfsmuster hier viel besser strukturiert als in Teil zwei. Die Wissensbasis kann als Mittel für den Unterricht und zum Lernen genutzt werden.
Für die automatisierte Erstellung von Semantischen Netzen aus Wikipedia Webseiten wurde eine Java Anwendung entwickelt und implementiert. Es wurden zwei unterschiedliche Strategien implementiert, um Webseiteninhalt ausgehend von einer Startseite zu parsen und mit entsprechenden Regeln in ein Semantisches Netz zu transformieren. Die erste Strategie nutzt die Webseitenstrukturen wie zum Beispiel Inhaltsverzeichnisse und Tabellen, um Links von vielen miteinander verknüpften Webseiten in eine Wissensbasis einzuarbeiten. Hier ist mehr Information entstanden, indem bis zu einem gewissen Grad eine Ordnung über eine Menge von Webseiteninhalten besteht. Eine zweite Strategie nutzt die Kategorien- und Subkategorienordnung, die auf vielen Wikipedia Seiten vorhanden ist. Eher einfach zu strukturierende Themen wie zum Beispiel UML wurde mit dieser Strategie genauso gut strukturiert wie von Kopf.
Diplomarbeit: Compiler und virtuelle Maschine für ClassCAD
Am Institut für Automation und Produktion des NTB ist in den letzten 12 Jahren mit ClassCAD ein Werkzeug entwickelt worden, welches die Parametrisierung und Kon-struktion in verschiedenen CAD-Systemen unterstützt. Die grosse Stärke von ClassCAD liegt darin, dass in einer einfachen Skriptsprache Klassen im objektorientierten Sinn definiert werden können. In den letzten Jahren entstand das Bedürfnis, den internen, sehr flexiblen, aber schwer verständlichen ClassCAD Compiler, durch einen einfacheren Compiler zu ersetzten. Gleichzeitig soll der ClassCAD Interpreter durch eine, auf ClassCAD angepasste, virtuelle Maschine ersetzt werden.
Ziel:
Ziel der Diplomarbeit war die Entwicklung und Implementierung eines neuen Compilers und einer virtuellen Maschine für ClassCAD.
Ergebnisse:
Im Rahmen dieser Diplomarbeit wurden der Compiler und die virtuelle Maschine soweit implementiert, dass ein Grossteil des ClassCAD Sprachumfangs übersetzt und ausgeführt werden kann. Die neuen Komponenten wurden im System soweit integriert, dass diese innerhalb von ClassCAD aufgerufen und ausgeführt werden können. Auf den alten Compiler und den Interpreter kann im Moment aber noch nicht ganz verzichtet werden, da die neuen Komponenten noch nicht den gesamten Sprachumfang unterstützten. Der neue Compiler ist durch den Einsatz des Compilergenerators Coco/R nicht nur sehr viel einfacher und übersichtlicher geworden, sondern auch sehr flexibel und erweiterbar. Zudem konnte mit Coco/R die Entwicklungszeit des Compilers erheblich verkürzt werden. Ohne ein solches Werkzeug wäre es kaum möglich gewesen, den jetzigen Stand der Arbeit zu erreichen. Durch die neu eingeführte Typisierung von Variablen können jetzt Typfehler schon zur Kompilierzeit erkannt werden, die sonst später zu Laufzeitfehlen führen würden. Allerdings ist eine vollständige Typprüfung zur Kompilierzeit nicht möglich weil in ClassCAD bestimmte Typinformationen erst zur Laufzeit verfügbar sind. Lexikalische, syntaktische und semantische Fehler werden dem Benutzer zur Kompilationszeit angezeigt. Die virtuelle Maschine ist im Gegensatz zum Interpreter ebenfalls erheblich einfacher und übersichtlicher geworden. Performancetests haben gezeigt, dass diese tendenziell schneller arbeitet als der Interpreter. Mit dem neuen Compiler und der virtuellen Maschine ist die Grundlage für die Entwicklung eines Debuggers gelegt.
Diplomarbeit: 3D Abtragssimulation für fünfachsige NCMaschinen Analyse und Prototyp
Längst hat der Einsatz von Numerisch gesteuerten Bearbeitungsmaschinen Einzug in die Industrie gehalten. Die Automation von der im CAD erstellten Produktgeometrie bis zum fertig bearbeiteten Produkt hat zusätzlich eine enorme Quantitäts- und Qualitätssteigerung mit sich gebracht. Bearbeitungen mit fünf simultan gesteuerten Achsen und die Möglichkeiten, NC-Programme dafür zu generieren, haben bereits heute zu einer Senkung der Bearbeitungszeit von bis zu 85% erbracht. Eine entscheidende Voraussetzung ist die rechtzeitige Bereitstellung fehlerfreier NCProgramme. Da eine absolute Fehlerfreiheit in der NC-Programmerstellung insbesondere für die fünfachsige Bearbeitung nicht gewährleistet werden kann, besteht der Bedarf für eine Überprüfung der erzeugten Programme im Vorfeld. Die Simulation bietet sich hierfür als wichtiges Hilfsmittel zur Verifikation von NC-Programmen an. Die zentrale Idee der NC-Simulation ist die Berechnung des Bewegungsvolumens, welches das Werkzeug während der Bewegung entlang des programmierten Verfahrweges aufbaut. Danach wird dieses Volumen durch reguläre Boolesche Subtraktion vom 3D-Model des Bearbeitungsteils abgezogen.
Für die 3D-Simulation von drei- und fünfachsigen CNC-Maschinen bestehen heute verschiedene Lösungen auf dem Markt, deren Technik jeweils noch ungelöste Probleme in sich tragen. Die NC-Simulation bei den aktuellen Systemen basiert auf Konturlinien oder Dreiecksnetzen und nicht auf einem geometrischen Volumenmodell. Aufgrund der internen Repräsentation kann dadurch nur eine 2.5D-Darstellung realisiert werden, so dass ein Wechsel des Betrachtungsstandort eine zeitlich intensive Neuberechnung der Visualisierungsdaten erfordert. Ein weiteres Problem liegt bei der ungenügenden Genauigkeit der erzeugten Modellen, vor allem bei komplexen Bearbeitungen wie bei fünfachsigen NC-Schleifmaschinen.
Das am MIT St.Gallen entwickelte objektorientierte CAD-System ClassCAD soll nun um einen 3D-Simulationskern erweitert werden, der wegen oben genannten Probleme auf einem geometrischen Volumenmodell basiert.
Am Institut für Automation und Produktion des NTB ist in den letzten 12 Jahren mit ClassCAD ein Werkzeug entwickelt worden, welches die Parametrisierung und Konstruktion in verschiedenen CAD-Systemen unterstützt. Die grosse Stärke von ClassCAD liegt darin, dass in einer einfachen Skriptsprache Klassen im objektorientierten Sinn definiert werden können.
Als Ziel dieser Diplomarbeit soll ein lauffähiger Prototyp entwickelt werden, der eine Lösung der Kernprobleme aufzeigt, ohne bereits in ClassCAD eingebunden zu sein. Jedoch sollen bereits beim Prototyp die Schnittstellen für eine spätere Integration geeignet erstellt werden. Zur Erstellung der Geometriemodelle und der Booleschen Manipulationen soll der ebenfalls in ClassCAD angewendete Solid Modellierkern von Solid Modeling Solutions eingesetzt werden.
Diplomarbeit: Integrierte Entwicklungsumgebung für die ClassCAD Programmiersprache
Am Institut für Mechatronik und Informationstechnologie (MIT) der Hochschule fürTechnik, Wirtschaft und soziale Arbeit St. Gallen, wurde in den letzten Jahren dieClassCAD-Applikation entwickelt. Die Schwerpunkte von ClassCAD liegen bei der Objektmodellierung und Parametrisierung von CAD-Modellen. ClassCAD beinhaltet eine eigene proprietäre, objektorientierte Skriptsprache. Die Programmiersprache spielt eine zentrale Rolle bei der Anpassung des ClassCAD-Systems an die Bedürfnisse eines konkreten Anwendungsgebiets, insbesondere beim Aufbau von branchen- und problemspezifischen ClassCAD-Klassenbibliotheken. Für die Programmiersprache enthält ClassCAD eine dialogbasierte Entwicklungsumgebung, die jedoch im Vergleichzu den heute üblichen Entwicklungsumgebungen, betreffend Programmierkomfort, nicht mehr mithalten kann. Ziel dieser Arbeit war deshalb die Erstellung eines Prototyps einer neuen integrierten Entwicklungsumgebung für die ClassCAD Programmiersprache.
Damit das Rad nicht neu erfunden werden musste, wurde Eclipse als Grundplattformausgewählt. Die neue Entwicklungsumgebung für die ClassCAD Programmiersprache lässt sich als Plug-In in Eclipse integrieren. Eclipse, ein Open Source Projekt, ist eine Toolintegrationsplattform, mit dem Ziel eine Oberfläche für viele Anwendungen zur Verfügung zu stellen. Das Rückgrad der Eclipse-Plattform ist eine „universelle, sprachenunabhängige, integrierte Entwicklungsumgebung“, die als eine Basis für alle möglichen Tools dienen soll.
Im Rahmen dieser Diplomarbeit konnte der Prototyp soweit fertiggestellt werden, dass er die meisten Möglichkeiten der bestehenden Entwicklungsumgebung abdeckt und dem ClassCAD-Entwickler in einigen Aspekten schon wesentlich mehr Komfort bieten kann. Die wichtigsten weiterführenden Arbeiten an der Entwicklungsumgebung sind die Überführung des Prototyps in ein Produkt und die Integration eines Debuggers.
JClassCAD - Eine erweiterte Java-Schnittstelle für ClassCAD
Längst hat der Einsatz von Numerisch gesteuerten Bearbeitungsmaschinen Einzug in die Industrie gehalten. Die Automation von der im CAD erstellten Produktgeometrie bis zum fertig bearbeiteten Produkt hat zusätzlich eine enorme Quantitäts- und Qualitätssteigerung mit sich gebracht. Bearbeitungen mit fünf simultan gesteuerten Achsen und die Möglichkeiten, NC-Programme dafür zu generieren, haben bereits heute zu einer Senkung der Bearbeitungszeit von bis zu 85% erbracht. Eine entscheidende Voraussetzung ist die rechtzeitige Bereitstellung fehlerfreier NCProgramme. Da eine absolute Fehlerfreiheit in der NC-Programmerstellung insbesondere für die fünfachsige Bearbeitung nicht gewährleistet werden kann, besteht der Bedarf für eine Überprüfung der erzeugten Programme im Vorfeld. Die Simulation bietet sich hierfür als wichtiges Hilfsmittel zur Verifikation von NC-Programmen an. Die zentrale Idee der NC-Simulation ist die Berechnung des Bewegungsvolumens, welches das Werkzeug während der Bewegung entlang des programmierten Verfahrweges aufbaut. Danach wird dieses Volumen durch reguläre Boolesche Subtraktion vom 3D-Model des Bearbeitungsteils abgezogen.
Ziel:
Ziel dieser Diplomarbeit war die Erweiterung der bestehenden Java-Schnittstelle, so dass die für die Definition der ClassCAD-Klassen verwendete Skriptsprache durch Java ersetzt werden kann.
Ergebnisse:
Der ClassCAD-Kern wurde so erweitert, dass Methoden von ClassCAD-Objekten grundsätzlich in beliebigen Sprachen definiert werden können. Für die Sprache Java wurden die konkreten Adapterklassen implementiert, so dass die Verwendung von Java für den ClassCAD-Kern nahezu transparent abläuft. In Java wurde ein API geschaffen, welches die Kommunikation zum ClassCAD-Kern kapselt. Eine zentrale Bedeutung nimmt dabei die Klasse JClassCADObject ein, welche vom Entwickler beim Implementieren von ClassCAD-Klassen einfach erweitert werden kann. In Java definierte ClassCAD-Klassen sind in der Lage mit bestehenden in ClassCAD-Skript definierten Klassen zu kommunizieren. Es ist ohne weiteres möglich, gemischte Baugruppen zusammenzustellen. Da sich je nach Anforderungen an eine Methode Java oder ClassCAD-Skript als Definitionssprache aufdrängt, werden auch gemischte Klassen unterstützt, bei denen ein Teil der Methoden in Java, der andere in ClassCAD-Skript implementiert werden kann. ClassCAD bietet dem Entwickler in ClassCAD-Skript Zugriff auf ein umfassendes API von Servicefunktionen. Um diese in C++ implementierten Funktionen auch in Java bereitzustellen, wurde ein Quellcode-Generator implementiert, mit welchem für die bestehenden Funktionen Javaproxies erzeugt werden können. Auf diese Weise kann mit wenig Aufwand ein Java-API generiert werden, welches sowohl den Zugriff auf die darunter liegenden Servicefunktionen als auch die Umwandlung von Java nach ClassCAD-Datentypen und umgekehrt kapselt. Schliesslich wurde in einer kleinen Demoapplikation die Anwendung von JClassCAD beispielhaft gezeigt.
Diplomarbeit: Sicherer Austausch von Unternehmensdaten über das Internet
Immer öfters wollen Industriebetriebe ihren Business-Partnern Daten aus dem eigenen ERP System zur Verfügung stellen. Fast alle Hersteller von ERP Software tragen diesem Umstand auch Rechnung und bieten entsprechende Komponenten zur Internet-Anbindung des ERPs an. Vielen Industriebetrieben scheint die Verwendung von solchen Komponenten allerdings aus Sicherheitsaspekten suspekt zu sein. Sie suchen nach einer Lösung, den Partnern nicht einen live Zugriff auf ein produktives System, sondern nur den Zugriff auf ein von ihnen selbst definiertes Subset an Daten zu erlauben. Sie möchten für Partner X ein Datenset DSx bestimmen können, welches total isoliert vom produktiven ERP System existiert. Sie möchten auch selbst definieren können, wie oft und zu welchem Zeitpunkt das Datenset DSx aktualisiert wird. Da ein Industriebetrieb oft mit dutzenden von Zulieferern zusammen arbeitet, sollte der Integrationsaufwand für dein einzelnen Partner X minimal sein. Dieselbe Anforderung trifft für die Kosten
Der vorliegende Bericht beschreibt alle Aspekte der Diplomarbeit von Nils Birkeland und Marcel Stör an der Fachhochschule St. Gallen 2002. Es handelt sich dabei um eine Arbeit, welche in Zusammenarbeit mit dem Institut für Mechatronik und Informationstechnologie, Abteilung Informatik (MIT/IT), der Fachhochschule St. Gallen im Auftrag des ETH Zentrum für Unternehmenswissenschaften (BWI), Logistik und Informationsmanagement der Eidgenössisch Technischen Hochschule Zürich erstellt worden ist. Das KTI Projekt 5986.1 – welches das MIT/IT und das BWI zusammen bearbeiten – nimmt sich der Problematik des E-Procurements im KMU Umfeld an. Im Rahmen der Lösungsfindung war der Auftrag Unternehmensdaten sicher über das Internet zur Verfügung zu stellen die Basis dieser Diplomarbeit. Die Diplomarbeit stellt Konzepte, Prinzipien, Methoden, Werkzeuge und Implementierungen bereit, welche die Anforderungen des KTI Projektes erfüllen. Das Resultat der sieben Wochen dauernden Diplomarbeitszeit besteht aus fünf Teilprojekten.
Drei Projekte sind auf die Integration von Unternehmensdaten ausgerichtet (The ERP Integrator).
Der ERP WebLink ist für die Bereitstellung von E-Procurement Daten über das Internet verantwortlich.
Die BeanEngine ist eine Software bestehend aus einem CASE Tool zur visuellen Zusammenstellung von Komponenten, einem Framework für die Komponenten Entwicklung und Basiskomponenten für Internet Applikationen. Der ERP WebLink wurde mittels diesem Tool entwickelt.
Die Anforderungen wurden zu Beginn der Diplomarbeit nach Internet- und Nicht-Internet Anwendungen klassifiziert. Zur Klasse der Nicht-Internet Anwendungen zählt der TEI (The ERP Integrator). Dieser stellt Unternehmensdaten in einer dem ERP WebLink verständlichen Form bereit.
Eines der erklärten Ziele war die Konzeption und Umsetzung von KMU tauglichen Lösungen. Das vorgelegte Konzept verlangt vom KMU Betrieb lediglich einen Internet-Anschluss sowie einen gängigen Internet Browser.
Auf der Seite des Supply Chain Koordinators (in diesem Falle die ESEC) soll sich die erstellte Software durch einfache und kostengünstige Integration in bestehende Topologien auszeichnen.
Mittlere und grössere Unternehmen verfügen über gesicherte Ein- und Ausgänge in das interne Netzwerk. Die Internet Applikation muss dieser Rahmenbedingung genügen und sich in eine heutige DMZ Topologie einbetten lassen. Die Abbildung oben zeigt, wo sich der ERP WebLink in der bestehenden Systemtopologie befindet und wo dieser seine Daten hält. Der TEI beschafft die Unternehmensdaten aus dem nur durch das lokale Netzwerk erreichbare SAP System, konvertiert diese und übergibt die neu erzeugten Dokumente in die DMZ zum WebLink. Der WebLink ist autonom und hat keinerlei Verbindung in das lokale Netzwerk der ESEC.
Um den ERP WebLink in die Realität umzusetzen wurde ein Umweg über die Konzeption eines Software Technischen Added-Value genommen. Die BeanEngine wurde ins Leben gerufen um einen generellen Ansatz der Entwicklung von Internet Applikationen zu finden und sollte das Werkzeug sein, mit welchem der ERP WebLink realisiert wird. Sie soll auch einer wirtschaftlichen Betrachtungsweise Stand halten.



