Gefüge einer Schweissnaht

Unter den Techniken zur Bestimmung der Qualität einer Schweissverbindung liefert die Licht-Mikroskopie besonders wertvolle Informationen, denn sie zeigt

    • die Art des Aufbaus der Schweissverbindung (Ein-, Mehrlagentechnik, Pendellagen, Zugraupen),
    • den Verlauf von Erstarrung und Gefügebildung,
    • die Anbindung des Schweissguts an den oder die Grundwerkstoffe,
    • die Wärmewirkungen des Schweissprozesses in der Wärmeeinflusszone (Gitterumwandlungen, Korngrössenänderungen, Ausscheidungen).

Untenstehende Abbildung zeigt das geätzte Schliffbild der Schutzgas-Schweissnaht eines Baustahls. Die Schweissung wurde in Mehrlagentechnik ausgeführt (3 Lagen). Die Einstellwerte für Schweissungen in Mehrlagentechnik werden durch Versuche ermittelt, die nebenstehende Abbildung gehört zu einer solchen Serie von Versuchsschweissungen.

Die Wurzel (untere Lage) wurde etwas zu wenig gefüllt. Am Gefüge der mittleren Lage erkennt man die Erstarrungsrichtung. Die Decklage wurde sehr "dünn gezogen" und ist deshalb sehr schnell erstarrt.

Das Grundmaterial auf der linken Seite wurde nur leicht angeschmolzen. Auf der rechten Seite erfolgte keine Aufschmelzung und deshalb auch keine Materialbindung, hier wäre bei Belastung mit Rissen zu rechnen. Der Stahl sollte stärker vorgewärmt werden, um eine ordentliche Bindung zu erzielen.